| Basler Kammerorchester begeistert in Maulbronner Klosterkirche |
| Pforzheimer Zeitung, Thomas Weiss |
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MAULBRONN. Beethovens Tripelkonzert für Violine, Cello und Klavier mit Orchester stellt im Schaffen des Meisters der Wiener Klassik ein Unikat dar: Die Gegenüberstellung von Klaviertrio und großem Klangkörper, die formale Prinzipien des barocken Concerto grosso und der Sinfonia concertante aufgreift, entstand für Beethovens Klavier-Schüler Erzherzog Rudolph. Dieser Tatsache ist auch der manuell wie musikalisch nicht sonderlich anspruchsvolle Klavierpart geschuldet, der in Maulbronn in der ausverkauften Klosterkirche von Dejan Lazic sicher, aber ohne besonderes Profil interpretiert wurde.
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Beste Übereinstimmung: Die Cellistin Sol Gabetta und der Geiger Richard Tognetti bei den Klosterkonzerten Maulbronn. Gemeinsam mit dem Basler Kammerorchester widmeten sie sich Beethovens Tripelkonzert.
Foto: Fotomoment
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Die Hauptlast liegt beim Tripelkonzert bei den Solo-Streichern. Das Basler Kammerorchester brachte mit der Argentinierin Sol Gabetta eines der wichtigsten jungen Vertreterinnen der Cello-Zunft mit zu den Klosterkonzerten. Wirkte sie im Kopfsatz noch etwas von den massiven Orchesterfluten klanglich ins Abseits gestellt, so begeisterte sie mit schlank-expressivem Ton und lyrischer Geschmeidigkeit im ausdrucksstarken Largo und bei der vorantreibenden Fröhlichkeit des „Rondo alla Pollacca“-Finales. Mit dem Geiger Richard Tognetti hatte sie zudem einen äußerst differenziert agierenden musikalischen Partner, der mit ihr bestens harmonierte. Zum Höhepunkt dieses reinen Beethovenabends wurde aber die 7. Sinfonie. Giovanni Antoninis Einspielungsserie der Beethovensinfonien mit dem Basler Kammerorchester erfreut sich zu recht hoher Kritikergunst. Wie lebendig Antoninis mit dem in historisch informierter Aufführungspraxis musizierenden Baslern den Kosmos der A-Dur Sinfonie ausschreitet, war beeindruckend.
Musikalischer Sog
Richard Wagner nannte die Siebte eine „Apotheose des Tanzes“. Tanz und Freude, am dionysischen Kult Orientiertes gar hörte er aus der A-Dur Sinfonie heraus. Ob man diese Charakteristik teilen will oder nicht, der Rhythmus ist das prägende Element der Siebten im Gegensatz zu programmatisch bestimmten Werken wie der „Eroica“ oder der Fünften. Antonini modulierte von der langsamen Einleitung des Kopfsatzes an die Klangfarben mit beachtlichen Trennschärfe, wobei ihm die hervorragenden Holzbläser bereitwillig folgten. Wie er schon hier die Spannung aufbaute, die dann im Vivace geradezu explodieren sollte, charakterisiert die Interpretationskunst des Dirigenten. Dabei setzte er auf die Transparenz des vibratoarmen, eingedunkelten Klangs und höchstmögliche Differenzierung. Teilweise schienen die Piani in der halligen Klosterkirche fast unterzugehen.
Doch aus der Diskrepanz von ungemein zurückgenommenen Tönen und gelegentlich etwas zu knalligen Orchestertutti entwickelte Antonini und das von ihrer fabelhaften Konzertmeisterin geführte Basler Kammerorchester einen musikalischen Sog, dem sich wirklich keiner entziehen konnte.
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