| Feurige Sol Gabetta |
| Weltklasse-Cellistin begeistert beim Mozartfest |
| Mainpost, Frank Kupke |
| 24.06.2010 |
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So feurig wie ihr feuerrotes, mit goldenem Brokat besetztes, schulterfreies langes Kleid wirkte, spielte Cellistin Sol Gabetta beim Mozartfest Haydns beliebtes C-Dur-Konzert zusammen mit dem Kammerorchester Basel. Die 29-Jährige bewies im ausverkauften Kaisersaal der Würzburger Residenz ihre Klasse: Da saß jeder Ton mit lupenreiner Intonation. Da kam jedes Arpeggio (also jeder gebrochene Akkord) mit genau jener Energie und Kraft, wie sie für den Haydn-Klassiker notwendig sind. Und da kam jede Kantilene mit jener Intensität, durch die das Cello zu einem ungeheuer expressiven Instrument werden kann.
Mit schier überbordender Spielfreude präsentierte die Argentinierin, die in der Schweiz lebt, die Kadenzen im Haydn-Konzert. Grundlage ihrer atemberaubenden Virtuosität ist ihre unglaublich ausgereifte Technik. Egal, ob in höchster Lage, ob mit oder ohne Daumenaufsatz: Stets trafen die Finger ihrer linken Hand mit traumwandlerischer Sicherheit punktgenau die Töne. Ihr sonores Vibrato setzte sie gezielt und reflektiert ein, um den größtmöglichen Ausdruck aus der Melodie herauszuholen. Und ihre rechte Hand war phänomenal. So trug sie die Doppel- und Tripelgriffe in den Ecksätzen mit Gespür für das nötige Maß an Bogendruck vor, im Adagio brachte sie mit intensivstem Kontakt der Bogenhaare zur Saite die Melodiebögen Haydns zum Leuchten.
Mit einem anderen Aspekt ihres kontrastreichen Spiels brillierte Sol Gabetta in ihrer zweiten Zugabe: Wie selbstverständlich spielte sie im „Dolcissimo“ des zeitgenössischen lettischen Komponisten Peteris Vasks die künstlichen Flageoletts, die Legato-Tremoli und die gleißenden Glissando-Triller. Herrlich!
Als erste schmissige Zugabe gab sie den dritten Satz aus Leopold Hofmanns D-Dur-Konzert. Dabei, wie auch in Haydns Trauersinfonie und Mozarts Pariser Sinfonie, begeisterte das Kammerorchester Basel unter Julia Schröder mit barocker Klangpracht.
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