Sol Gabetta
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Tue 09.01.2018

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Bei jedem Konzert geht es ums Ganze, an diesem Abend im Münchner Prinzregententheater etwa darum, ob die gefeierte Cellistin Sol Gabetta und ihr junger Klavierpartner Bertrand Chamayou den so unterschiedlichen Geist der Romantik bei Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin charakteristisch beschwören könnten. Mendelssohns zweite Cellosonate gehört nach Elan und Feuer zu den schönsten Schöpfungen für diese Kombination. Leichtigkeit ohne Leichtgewichtigkeit ist da ebenso gefordert wie ein unstillbares poetisches Sehnen. Doch Bertrand Chamayou blieb pianistisch allzusehr auf nur korrekten Notenvollzug bedacht, und Sol Gabettas Cello klang belegt. Es war, als habe sie mehr Mühe mit diesem so mitreißenden wie raffinierten Überschwang, als vorstellbar. Auch das rezitativisch-predigerhafte Adagio gelang nur annähernd. Zuvor waren den beiden Beethovens Variationen über “Bei Männern, welche Liebe fühlen” zum kurzatmigen Einspielstück geraten. Doch nach der Pause kehrte die großartige Cellistin als Kämpferin zurück, und auch Chamayou präsentierte sich als anspruchsvoller Partner. So entstand Frederic Chopins Sonate, die er für seinen Cellistenfreund Auguste Franchomme komponierte, als intensive, elegische Erzählung in vier Sätzen. Plötzlich blitzte und funkelte es am Klavier, plötzlich leuchteten Gabettas Cellokantilenen auf, herrschte ein tiefes symphonisches Verstehen der Musiker. Und bei Chopins Grand Duo über Themen aus Meyerbeers Oper “Robert der Teufel” siegten virtuoser Witz und spitzbübischer Charme.

- Süddeutsche Zeitung, Harald Eggebrecht, 27.02.2015