Sol Gabetta
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Sun 17.12.2017

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War es Zufall, war es Dramaturgie? Bei jedem der drei Stücke, die das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia am Freitag bei seinem Pro-Arte-Gastspiel in der Laeiszhalle spielte, gehörten die Eingangstakte dem Cello. Mal allein, mal in der Gruppe, mal flankiert von den anderen tiefen Streichern. Vielleicht wollten die Römer die kleine Cellomania als Reverenz an die Solistin Sol Gabetta verstanden wissen, die als ihr Stargast mit gewohnt unfehlbarer Intonation, großer Emphase im Ton und bewundernswerter physischer Kraft das Cellokonzert von Edward Elgar spielte.

Das Stück bewegt sich seltsam unentschlossen zwischen Schwermut und Virtuosentollereien. Gabetta bediente beides gleichermaßen überzeugend; dem Ebenmaß der lang ausgehaltenen Töne gab sie ihr voluminöses Vibrato, und in den ausgedehnten Spiccato-Passagen mit den schier unzähligen Tonwiederholungen blitzten nicht nur die sehr kurzen Notenwerte, auch Gabetta sprühte vor Vergnügen am ihr technisch Möglichen. Welche emotionalen Tiefen Elgar mit seinem Konzert ausloten wollte, blieb schwer zu fassen. [...]

- Hamburger Abendblatt/Die Welt, TRS, 17.02.2014