Sol Gabetta
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Tue 09.01.2018

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Seit langem ist es Tradition, im Rahmen des jährlich stattfindenden Solsberg-Festivals einmal für Kinder zu konzertieren.In diesem Jahr begaben sich die kleinen und grossen Besucher in der barocken Klosterkirche Olsberg auf eine Entdeckungsreise in ein fantastisches Märchenland. Dazu eingeladen hatten die Weltklassesolistin Sol Gabetta, die zehnjährige Friedericke Herold (10), Célia Garetti (13), Ivan Monighetti (alle Violoncello), Akane Matsumura (Klavier) sowie der Theaterpädagoge und Regisseur Fabian Gysling.

«Es war einmal vor unendlich langer Zeit», begann Gysling seine Geschichte zu erzählen, «da gab es ein wunderschönes Land mit grünen Feldern, Wäldern, hohen Bergen und ringsum glücklichen Menschen.» Sie seien freundlich, zufrieden und hilfsbereit gewesen. Flink zeichnete er mit wenigen Strichen die lustigen Gestalten und das sagenhafte Land. Mit einem innig melodiösen Adagio von Franz Schubert gaben Célia und Friederike diesem Auftakt musikalisch Licht und Leichtigkeit.

Der böse Nachbar

Regiert wurde dieses Land von einem gütigen Königspaar, das auf seine drei Töchter sehr stolz war. Überall war Frieden. Zärtlich gaben die beiden jungen Künstlerinnen auf ihrem Cello diese Harmonie wieder. Doch, man ahnt es schon, konnte auch dort der «Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt».

Im Nachbarland herrschte ein ziemlich fieses Weib, die sich in eine Krake verwandelte und nebenan Chaos, Unsicherheit und Missgunst verbreitete. Wunderschön die Bilder von Fabian Gysling dazu, wilde Krakenblicke, Durcheinander überall. Schrill und disharmonisch die Musik, solistisch dargeboten mal von Célia, dann von Friederike. Markant akzentuiert zeichneten Sol Gabetta und Ivan Monighetti musikalisch ein Bild der verstörten Leute.

Die Kinder waren da längst mucksmäuschenstill, lauschten mit grossen Augen. Passend die kleinen eingängigen Stücke überwiegend aus der Zeit der Romantik von Edvard Grieg mit seinen lyrisch volksmusikhaften Tänzen, poesievoll die Melodien von Robert Schumann, das Allegro von Friedrich Kummer, Cinderella und Marsch von Sergej Prokofjew oder Josef Haydn.

Interesse an der Klassik

Als dann noch ein eingebildeter Prinz auftauchte, der rhythmisch einherstolzierte, wurde es für das Königspaar höchste Zeit, eine Lösung zu finden: natürlich eine friedliche. Brillant dazu das Solo von Sol Gabetta. So war das Finale mit allen Akteuren fröhlich, heiter, keck und übermütig.

Spielerisch war es gelungen, den Kindern Klassik nahezubringen, vielleicht sogar den Wunsch zu wecken, auch einmal wie Friedericke oder Célia ganz gross zu sein. Beide genossen bei dem Basler Celloprofessor Ivan Monighetti Unterricht und beide jungen Künstlerinnen erhielten international schon diverse Preise. Friederike Herold spielt als Solistin im Jungen Sinfonieorchester Dresden, Célia Garetti studiert derzeit Musiktheorie, Klavier und Chorgesang am Konservatorium in Genf.

- Aargauer Zeitung, ari, 30.05.2016