Sol Gabetta
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Sun 17.12.2017

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Vortrefflich ging diese Konzeption bei der sehr introvertierten Komposition „Spiegel im Spiegel“ von Arvo Pärt auf. Hier existiert eine innere Form, die den Interpreten viel Freiheit lässt. Klangliche Zartheit fügt sich zu größtem Kraftaufgebot. Mit außerordentlicher Sensibilität erfassten Sol Gabetta und Hélène Grimaud die sich gelinde ändernden Klangkontraste und lösten das Werk nicht in impressionistische Klangflecken auf, sondern behielten den meditativen, fast liturgischen Charakter bei.

Aus dieser Innensicht entwickelten die beiden eine Sichtweise, die die formalen Proportionen des Werkes exzellent zur Geltung brachte. Hervorragend auch die Idee, Robert Schumanns „Fünf Stücke im Volkston“ ohne Unterbrechung anzuhängen. Dass Sol Gabetta und Hélène Grimaud sich nicht in einem melodramatischen Jammertal verirrten, war ein grundlegendes Verdienst ihrer Herangehensweise. Eine solch klare interpretatorische Haltung, gepaart mit Zurückhaltung gegenüber allem denkbaren Schnickschnack aus der pseudoromantischen Mottenkiste, machte den Blick frei auf die Musik. [...]

Technische Grenzen sind für Sol Gabetta und Hélène Grimaud hörbar nicht existent, das macht diese Konzerte so attraktiv. Eine musikalische Aussage bleibt dabei aber zumeist in den geschmeidigen Finger stecken. Verdienter Beifall für eine frappierende Virtuosenshow.

- Weser Kurier, Michael Pitz-Grewenig, 24.01.2017