Sol Gabetta
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Sun 17.12.2017

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[...] Sabine Meyer (Klarinette), Gustavo Núñez (Fagott), Alejandro Núñez (Horn), Antje Weithaas und Alina Pogostkina (Violine), Veronika Hagen (Viola), Sol Gabetta (Violoncello), Robert Vizvari (Kontrabass): Das ist eine erlauchte Versammlung allererster Kammermusiker(innen). Ihre Auslegung von Franz Schuberts Oktett: ein Gipfel, dass nur Staunen bleibt. Anders mag’s gehen, besser nicht. Und das, nicht obwohl, sondern gerade weil eine Oktett-Elite am Werk war, die nur ad hoc, von Fall zu Fall zusammentrifft. Wie die Acht gleichsam ganz vorn auf ihren Stühlen sitzen, wie sie sich mit Aug’ und Ohr beobachten, wie sie einander Phrasierungen, Betonungen, Pointen anreichen und abnehmen, wie sie die Spannungsbögen über eine gute Stunde hin durchhalten – es ist grandios.

Irgendwo zwischen Divertimento, Serenade und Sinfonie nistet dieses Kammerwunder – ein Melos-Riese gibt seinem Drang ins Große nach. Materialreichtum, in St. Peter von acht Koryphäen am Rande der totalen Makellosigkeit ausgebreitet – schier gewagt in den Pianissimo-Bezirken und mit atemraubendem, fast schon aggressivem Elan beim Sprung in die Final-Rasanz. Immer wieder: phänomenal, wie sie sich nachgerade nicht satt singen können. Und auch dies macht dieser Trupp unmissverständlich bewusst: Dass Schubert vor der hier fast übermütig ausgespielten Kehraus-Seligkeit den Blick in die Hölle platziert – ein fremd und bedrohlich wirkender, reibungsreicher f-Moll-Komplex, ein knappes Seitenstück zu Webers “Freischütz”-Wolfsschlucht. Ovationen. [...]

- Badische Zeitung, Heinz W. Koch, 14.06.2016